Mob City

Leutchen aufgepaßt: *Mob City* stellt die neue Serie von Frank Darabont dar, der uns alle schon mit *The Walking Dead* begeistert hat. Leider gleich vorab ein kleiner Wehrmutstropfen: Diese erste Staffel mit 6 satten Folgen wird nach bisherigen Informationen nicht weitergeführt. Anscheinend wissen die Menschen heutzutage nicht mehr, was gut ist und so waren die Einschaltquoten der Serie nicht soo zufriedenstellend.

mob city coverKann man leider ändern nichts. Nun besteht auf jeden Fall für alle, die *Mob City* nicht via Sender wie Fox etc genießen konnten, die Chance, sich die DVD zuzulegen. *Mob City* ist wahrlich eine Hommage an den Film Noir und widmet sich der Ära der 20er bis Ende der 40er Jahre mit einer großen Liebe zum Detail. Wie der Titel bereits verspricht, kommen Fans der düsteren Gangster-Zeit vollends auf ihre Kosten. Im Mittelpunkt: Das Entstehen des organisierten Verbrechens und natürlich ganz vorne mit dabei: Benjamin „Bugsy“ Siegel, Meyer Lansky (unter seinen Leuten auch „Honest Meyer“ genannt) und ihre Mitstreiter, weitere Mobster wie u.a. der Charakter des Sid Rothmann (herrlich einleitende Worte: „Sid ist ein Soziopath, der einen Weg gefunden hat, daraus einen Beruf zu machen. Er ist immer pünktlich und zuverlässig“). Sehr schön schon der Auftakt in Szene, untermal durch einen Erzähler, der einen gleich wissen läßt, daß der eine „mit dem Aussehen eines Filmstars“ (Bugsy) Las Vegas erfinden wird, sein Partner das Verbrechen organisieren wird unmobcity_ad Sid – naja, nur für Ärger sorgt.

Ziemlich klar dürfte von Anfang an sein, weshalb die zwei DVDs umfassende Staffel von *Mob City* ab 18 ist, das als Info am Rande. Die spärliche Farbgebung und selbstredend auch die richtige mondän-jazzige Musik intensivieren die Atmosphäre entsprechend der Thematik. Ganz klar darf die große Geschichte im Handlungsstrang nicht fehlen, in der, wie sollte es sein, eine laszive Lady (Jasmin, gespielt von Alexa Davalos, auch bekannt aus *Riddick, Chroniken eines Kriegers* und *Angel*) eine sehr große Rolle spielt. Jasmin ist ihres Zeichens die Freundin von Hacky Nash, der es allen versucht, seinen Boss, Bugsy, zu erpressen. Für diesen Versuch heuert er auf Anraten Bugsy´s Anwalt Ned Stax (Milo Ventimiglia, u.a. aus *Chosen*) Detective Joe Teague an, langjähriger Freund von Stax und absolut nicht korrupt. Er sieht, gemeinsam mit dem Department, die Chance gekommen, der Mafia-Schlange einen Kopf (Bugsy) abzuhacken und nimmt in Absprache diesen Auftrag an.

Sein Plan schlägt allerdings im Laufe der Geschichte um, er tötet Hacky nach erfolgreicher Geldübergabe – die Beweise gegen Bugsy sind somit auch erstmal außer Reichweite… Doch sein wahres Ziel, Jasmin zu schützen, verfolgt er beharrlich und absolut kompromißlos. Bugsy, der die Ermordung seines „Schergen“, der ihn verarschen wollte, mit Freuden zur Kenntnis nimmt, zeigt sich, samt seiner Crew umso verwunderter, als Joe die Bestechungsversuche bzw „Danksagungen“ Bugsy´s nicht annimmt. Langsam aber sicher erfährt der Zuschauer, daß es bei Jasmin um Joe´s große Liebe und Ex-Frau handelt, die Ehe aber durch die Kriegstraumata Joe´s in die Brüche ging. Zu allem Überfluß war es auch noch Jas, die die belastenden Fotos (wie man mittlerweile erfährt) von Bugsy geschossen hat. Um Jasmin aus dem Spiel rauszuhalten, schlägt Joe immer verschlungenere Wege ein, dennoch weit von Korruption entfernt.

Mehr über den Inhalt will ich Euch nicht verraten, die Serie sei wirklich ganz wärmstens ans Herz gelegt. Klar kann unsereins nicht sagen, wie authentisch alles inszeniert ist, aber das ist wohl in diesem Fall auch nicht der springende Punkt. Die Handlung ist natürlich, sieht man von der „Grundkulisse“ ab, Fiktion. *Mob City* ist eine erstklassige Serie, bei dem der wilde Teil des letzten Jahrhunderts als Grundlage für eine kompromißlose, ungeschönte Darstellung einer doch großen Love Story dient – von echter Romantik oder Kitsch kann man aber da mal gleich getrost innerlich Abstand nehmen. Zudem weckt diese Serie auch vermehrt Interesse an dieser Zeit. In manchen Momenten fühlt man sich durchaus natürlich auch an cineastische Umsetzungen wie *Sin City* erinnert – naja, das macht eben auch den Film Noir aus.

Eine durch und durch starke Umsetzung des Stoffes, gekonnt in eine persönliche Story gekleidet, visuell klasse in Szene gesetzt und die schauspielerischen Leistungen sind ebenso wenig zu verachten. Hieraus stammt übrigens auch das Zitat: „Es ist eine kleine, wütende Welt.“ Wie wahr…

Neben den sechs Folgen liefert diese Doppel-DVD auch sattes Bonusmaterial. (Polyband)

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