Soziale Netzwerke – Pro & Contra

Jeder kennt sie, jeder nutzt, Naja, zumindest die meisten. Und wunderbar, man braucht ja nicht mal mehr einen PC dazu. Jippi. Dabei gibt´s natürlich sinnvollere und sinnfreiere Angebot – wobei das wieder im Auge des Betrachters liegt. Chats wie Knuddels etc verführen an sich eh schon stinkfaule Zeitgenossen, nur zu tippseln um des Tippselns Willen. Da wird regelrecht in den ansonsten User freien Chatraum reingespamt, was das Zeug hält und selbst, wenn man dann mal ein genervtes „Laß das!“ bekommt oder gar gemeldet wird, freut man sich über drei Gramm öffentliche Aufmerksamkeit.

Macht zwar genau so viel Sinn, als würde man sich darüber freuen, von einem Auto angefahren zu werden – so nah war man einer Karre noch nie, oder was? Nun denn. Netzwerke wie Lokalisten und ähnliche haben sicherlich User dank dem Giganten Facebook eingebüßt. Soll nicht heißen, daß sich diese Benutzer gleich vollends abgemeldet haben, aber man kann schließlich nicht dauerhaft auf mehr Hochzeiten tanzen und will man zwischen Frühstücksfotos und sinnlosem „Ich bin dann mal weg“-Ankündigungen auch noch mal aufs Klo, kann man eben nicht alle Netzwerke betüddeln. Frage dabei: Wem soll das ehrlich Angst machen? Also dieses „Ich bin weg/ mach Schluß“-Blabla? Wem´s echt dreckig geht, schreibt da was anderes. Das hat eher die Wirkung eines verzogenen kleinen Kindes, das grad mal hinter dem Geschwisterchen zurückstehen muß und als Reaktion die teure Vase runter pfeffert, damit alle glotzen.

Nun heißen die Tele ja aber nicht umsonst soziale Netzwerke und die Grundidee mag ja an sich eine gute sein. Wenn einmal positiv gestimmt ist und unterstellt, diese jene welche Grundidee war das Zusammenführen von Menschen. Für alle, die ansonsten wenig Möglichkeiten haben, unters Volk zu kommen (gesundheitlich zum Beispiel), blödelige Arbeitszeiten haben, die kaum gemeinsame Freizeit zulassen etc. Wer sich bereits kennt, kann auch anders über große Distanzen Kontakt halten. Logisch, man kann hier viele neue Leute kennen lernen. Aber so groß auch der Argwohn gegenüber der Politik etwa ist, so lieb und nett und toll findet man gleich alle im Netz, die nur „viele Grüße, ich wünsch dir einen schönen Tag“ schreiben.

Mal blöde Frage: Wer sagt, daß nicht genau hinter dem Account gar Merkel selbst steckt? Klar, maßlos übertrieben. Aber grundsätzlich: Nichts Genaues weiß man nicht und es ist sicher jedem schon einmal passiert, sich in einer Person getäuscht zu haben. Dafür muß man nicht mal im Netz sein. Das passiert selbst nach Jahren des richtigen Kennens im realen Leben. Und doch schenkt man wildfremden eine Menge Vertrauen. Warum eigentlich? Sollte man sich mal sich ganz allein fragen. Das ist keine Verurteilung, denn jeden von uns hat´s schon mal getroffen. Nur die nicht, die sich selbst anlügen.

Am Ende streßt man sich rein für doofes Gelüge. Oder hat gleich Stalker/ Stalkerin oder sonstige Psychos am Hals. Aber unverdrossen sei der Mensch, mutig und frei und mache weiter wie bisher. Nachrichten-Meldungen, was an alles an Käse rauskommen kann durch manche Online-Bekanntschaften, sind ultra-schlimm – und werden gleich online unters Volk gebracht und mit – richtig – Wildfremden diskutiert. Mißtrauen der extra Klasse soll das hier nun auch nicht streuen – aber eine gesunde Portion Menschenverstand. Klar, schwer, wenn Aufmerksamkeitsdefizit contra „Überlebens“-Instinkt steht. Klingt hochgradig überzogen, ist aber so.

Nun, für was sind soziale Netzwerke nun gut: Man kann wunderbar viele Menschen so ziemlich kostenfrei erreichen (und noch viel mehr, wenn man sich „Gefällt mir“s kauft). Sicher fein, um Werbung für Dienste oder Produkte zu machen. Für Künstler auch – schließlich kann man jeden auf dem Laufenden halten und (leider) machen sich bald mehr Leute via Facebook schlau als per Zeitung oder Homepages. Die Streuung ist schon gut für solche Zwecke. Auch kann man evtl aus seinem Einsamkeitspfuhl herauskommen. Auch kann man Leutchen wieder finden, die man aus den Augen verloren hat.

Und nun zum Minus: Egal, was da gepostet und geschrieben wird die Scheiße wird geglaubt. Schnell ist man verunglimpft oder tritt in den Verein der Halb-Informierten ein. Auch kann das kann gefährliche Folgen haben. Die Haut ist zum Beispiel extrem dünn, handelt es sich um Mißbrauch an Kindern. Ui, da ist doch schnell mal ein Bild gepostet und eine Name samt Behauptung und rund geht´s. Klasse, Burli.

Es wird zu Parties geladen, von denen die Leute nichts wissen, Gemüter werden angestachelt – es findet sich für jede Perversion und nicht Perversion genügend Nährboden. Schön ja, wenn stolze Mamis und Papis Fotos ihrer Kinder teilen. Tut das denn Not? Sehr großartig ist auch die scheinbare Standard-Meldung von FB selbst, wird ein Beitrag, Foto etc gemeldet. Irgendwie kommt zuerst immer postwenden: Verstößt nicht gegen die Richtlinien. Wartet man ein bißchen, hat sich dann vielleicht doch mal irgendwer bequemt und man bekommt eine gegenteilige Nachricht. Und nein, wir sind keine Melder, das sind ja die nächsten Honks, die gelangweilt durchs Leben stapfen und vor lauter Grieskram schon Verstopfung haben müssen. Aber wenn´s um Tierquälerei und ähnliches geht, die da gefiert wird, darf man schon mal sein Mäulchen aufmachen.

Wie dem auch sei: Ein positiver Aspekt fällt mir noch ein: Diese Plattformen bieten eine so herrlich schöne Möglichkeit, seinem Frust freien Lauf zu lassen, daß zum Beispiel unsere Politiker gar keine Angst mehr haben müssen, daß sich wirklich mal irgendwer gegen diesen ganzen Schmonz wehrt. Das Pulver wurde ja bereits verbal verschossen.

Und last but not least: Big Brother freut sich ein zweites Loch in den Arsch. Mahlzeit.

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