The Other: „Fear Itself“

the otherDa steht zwar Horror-Punk in der Info – so irgendwie, mir ist das herzlich wurscht. Weil… das einfach eine geile Scheibe ist, wegen mir schimpft sich das sonstwie. Stimmlich erinnert mich das Ganze an seine samtig-tiefgründige Mischung aus Threshold zu Zeiten von „Exstinct/ Instinct“ und The Cure. Naja, optisch dominieren definitiv die Düsterszene-Einflüsse. „Fear Itself“ zieht einen von Beginn an in seinen Bann und bietet hier eine atmosphärische Dichte, daß der Donau-Nebel blaß dagegen aussieht. Da sieht man mal wieder: Nennt man nur eben den Begriff Horror-Punk, stellen sich die meisten wahrscheinlich unmelodisches Gerümpel mit wirren Strukturen gemacht von Geisterbahngestalten und Geknietsche am Mirko vor.

Dabei kann Horror doch so schön sein. Zumindest mit diesem Album. Als Grundthematik liegt hier Angst in vielen Facetten inhaltlich zu Grunde. Musikalisch finden sich progressive, leicht spröde Ansätze mit vielen Akzenten in der Instrumentierung, aber auch bombastische Soundfülle wieder. Wer auch nur ansatzweise auf Heavy, egal welcher Coleur steht, dürfte hier glücklich werden. Um Schubladen schert sich die Band erfrischend wenig, vielleicht schafft das auch diesen gewissen Eindruck, aus der Zeit gerissen zu sein. Klasse ist auch das Wechselspiel bei der Intonation, mal wirken die Vocals sanftmütig, mal verzweifelt, mal fragend – aber doch immer kraftvoll, voluminös und einnehmend. Doomige Ansätze finden sich im Songwriting und mitunter schwerer Gestaltung der Tracks ebenso wie typische Gothic-Elemente – dabei scheint der Gesang immer wie ein kleines, klares Licht darüber zu liegen.

Der Silberling eröffnet mit „Nie mehr“ (plus Intro) eher karg, aber äußerst geradlinig und mit jedem Songs scheint es mehr in die Tiefe zu gehen. Maiden dürften kurzerhand mal bei „Bloodsucker“ Pate stehen – nein nicht geklaut, aber ähnlich fulminantes Ins-Ohr-Beißen der Gitarren (Bass wie Sechssaiter). Auch Jon Oliva´s Pain und Buther grüßen ein bißchen verschmitzt durch und mit „German Angst“ haben die Jungs wirklich ein bösartiges, kleines Scheißerchen am Start. Musikalisch verhalten dämmert und lauert der Song herrlich schräg, bis er zu einem hintergründigem Trigger-Sturm und schlußendlich einer satten und knackigen Thrash-Packung mündet. Eine bombastisches, facettenreiches Album, intelligent gemacht, gekonnt zwischen klassischem Metal und vielen anderen Nuancen schwankend spielt es mit den Emotionen des Hörers und fesselt einfach.

Tracklist:

Fear Itself
Nie mehr
Bloodsucker
Black Sails Against A Midnight Sky
Dreaming Of The Devil
Doll Island – Isla de las Munecas
German Angst
Screams In The Black House
In The Dark
The Price You Pay
Funeral March
12 Animal Instinct
Rise
Mephisto

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