Borderline – an der Grenze anderen den Kragen umzudrehen oder: Wo der Zynismus die echteste Waffe ist

Nun ja, ganz so kann man es nicht sehen. Nach wie vor so richtig blicken das die meisten nicht, auch Psychologen und Psychiater sind sich nicht wirklich einig, entsprechend ist der Begriff Borderline eigentlich auch. Grob hingeschmonzt: Grenzgänger. Ja, das ist nun nett, hilft aber nicht wirklich weiter. Der Begriff hat sich zum einen wohl breit gemacht, tritt diese seelische Störung doch selten allein auf, sondern ist zumeist eine Begleiterscheinung von einer anderen Störung. Das klingt aber derart scheiße – also, das mit der Störung… Als würde der Fernseh „zsszszs“ machen.

Was damit aber gemeint ist, in vielen Fällen geht Borderline mit Depressionen, Posttraumatischen Störungen und auch Eß-Störungen Hand in Hand, wobei das natürlich nicht alle Beispiele sind. Dabei stellt sich jedoch auch die Frage nach einer weiteren Definition und auch therapeutischen und analystischen Abgrenzung, können Eß-Störungen doch auch eine Form des Borderlines darstellen. Hauptsächlich kennzeichnet sich Borderline dadurch, daß die betroffene Person einen enormen Drang zur Selbstzerstörung an den Tag legt.

Das vielbekannte Ritzen, das nur noch für gelangweiltes Augenrollen sorgt, ist nur ein winziger Bestandteil dessen. Menschen, die sich höchstens Mal in der Kindheit das Knie aufgeschürft haben, kriegen dabei vor lauter Entsetzen Schluckauf, wenn sie sowas sehen oder davon hören – oder sind gespicht betroffen. Das hilft eigentlich mal so richtig gar nix und ist sowas von unecht als Reaktion, daß schon genügend Betroffene da eher auf eine solche Reaktion Lachkrämpfe kriegen als jemand ihr eigentlichen Problem anzuvertrauen. Hosenbissler braucht man nicht als Zuhörer.

Andere verdrehen genervt die Augen, denn, und besonders wenn es nach oberflächlichem Geritze ausschaut und man nicht blutet wie eine abgestochene Sau, ist das ja eh bloß ein Heischen um Aufmerksamkeit. Hilft genauso wenig und zeugt schlicht nur von der – schlichten Beschaffenheit mancher Gemüter, nett formuliert. Futtert und kotzt einer, nervt er nicht so sehr, es sei denn, er beschlagnahmt das Klo auf Überlänge. Wer sich die Knochen bricht, weil er gegen Wände schlägt, mit dem Ziel, sich zu verletzen, ist schlicht peinlich (ups, jemand könnt´s gesehen haben) und nervig (am End´ muß so ein Dpp ja noch ins Krankenhaus) – angenehmer sind da schon die, die sich mit Alkohol kaputt machen. Da sitzt das Geld locker, die geben wenigstens in der Kneipe mal was aus. Weil: Nur ein Schwein trinkt allein und im Normalfall will ein Borderliner vieles sein – aber nicht jemand, der so etwas auf sich sitzen läßt. Aber was ist bei einem Borderliner schon normal?

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