Ohrenfeindt: „Motor an!“

ohrenffeindt coverWer auf AC/DC, Rose Tattoo und Co steht, ist hier absolut richtig. ohrenffeindt coverOhrendfeindt frönen dem Rotzrock mit absoluter Intenzität, nehmen die Sache dabei vielleicht mal nicht ganz so ernst und erst recht kein Blatt vor den Mund. „Motor an!“ schlägt furztrocken in die Kerbe genannter Bands und kredenzt uns das Ganze auch noch auf Deutsch. Rock´n´Roll pur. Groovie, bluesig wird sich durch die Songlandschaft gerockt und dabei bleibt beim Hörer sicher kein Bein ohne Gezappel.

Klar, es ist schon echt mutig, sich so gewagt des Rotzrock anzunehmen, daß man wirklich ganz laut AC/DC schreiben möchte – auch die Vocals zeigen sich dabei von ihrer besten Pöbelseite: Hell, kratzig und widerborstig – einfach herrlich. Ohrenfeindt verstehen es dabei bravurös, nicht ins Abklatsch-Lager abzurutschen, sondern drücken ihren Songs schon einen ganz eigenen Stempel auf. Nicht nur sprachlich, auch musikalisch. Die Stilrichtung ist klar, dennoch sind es immer die Feinheiten, die es einfach machen. Ob ein Track nun mehr groovt, bluesige Wehmut an erster steht oder gerockt wird, was das Zeug hält: Hier ist man stets mit vollem Elan ganz bei der Sache und das verleiht diesem Album eine enorme Authentizität und Dynamik.

„Motor an!“ ist wie ein guter alter Bekannter – länger vielleicht nicht mehr gehört, aber gleich wieder erkannt und man findet sich superschnell in den Songs, die sofort ins Blut gehen, wieder. Blues wird ganz groß geschrieben auf diesem Silberling und ist ebenso klasse eingebastelt. Richtig schön satt und straight ist auch nicht der Text zu „Gib mir mein Problem zurück“ – es hat einfach auch das gewisse Etwas und Rock´n´Roll-Fans sollten dieses Scheibchen nicht unbedacht lassen. Knackig, nicht zu heavy, nicht zu widerspenstig, aber mit einer gewaltigen Portion Eigensinnigkeit gehen Ohrenfeindt zur Sache. Unverdrossen, knarzig, augenzwinkernd und am besten laut serviert.

Hier wird aus voller Kehle intoniert und sich in die Songs hineinglegt. Quirlige Gefidel würde da nur unnötig stören und die klare Struktur der Tracks zerreißen, die dennoch nicht 08/15 daherkommen oder an handwerklicher Klasse zu wünschen übrig lassen würden. Eine runde Sache, die einen als Freund von Gitarrenmusik bestens bedient und einfach peppige und ehrliche Laune verbreitet.

Tracklist:

Zeit für Rock´n´Roll
1910
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Nimm die Kohle und renn
Gib mir mein Problem zurück
Früh oder später
Motor an
Aus
Für Rock´n´Roll gebaut
Reich würde schon reichen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s