PiL (Public image Ldt): „What The World Needs Now“

PilGut möglich, daß es nicht bei jedem bei diesem Band-Namen klingelt. Und als erstes kommen einen Gedanken an Sex Pistols, Hawkwind, Jane und Co in den Sinn. Kein Wunder, PiL sind doch auch das (naja, nicht mehr ganz so) neue Projekt von Sex Pistols-Macher John Lydon – und nach geschlagenen 17 Jahren gibt es nun wieder neues Studio-Material auf die Haube. Und nach 28 Jahren Bühnenabstinenz wird auch das zum neuen Scheibchen wieder geändert. Rock´n´Rollig und quirlig geht´s gleich mit „Double Trouble“ in die Runde, Punk steht ebenso fett auf diesem Album geschrieben wie ein bißchen Psychedelic, Progressive… Genres spielen hier keine Rolle.

Satter Alt-Punk, groovig und frech, mal lechzende, mal rotzige Vocals und ein gewisses „Friß oder stirb“-Flair machen sich bei „Know Now“ breit, fernab jeder Schublade rocken sich PiL hier durchs Gelände. Treibend in einem Moment, mondän und lasziv gesellen sich die Songs zueinander und lassen die Platte immer weiter wachsen. Und die frißt sich wirklich in den Ohren fest. Wenn sie einen einmal hat, dann aber wirklich. „What The World…“ ist sehr wandlungsfähig, schlüpft von einer Songhaut und Atmosphäre spielerisch in die nächste. Dem schließen sich die Vocals absolut an, auch hier steigern sich die Lines immer weiter, voller, kraftvoller, voluminöser, immer etwas störrisch und punkig präsentiert sich hier ein enorm umfangreiches Timbre…

Das ist einfach mal Avantgarde-Punk erster Güte und von einem ganz anderen Niveau als man dies meistens noch zu hören bekommt. Bei allen technischen Kniffen schwingt auch immer die richtige Portion Theatralik mit und kann locker auch mit Meat Loaf und Co. Mithalten. Vergleiche zu Pink Floyd, Rush und Jethro Tull finden sich in dem abwechslungsreichen Material ebenso – wie lockere Einsprengsel mal eben schnell ein bißchen die Struktur aufgemischt, die Stimmung sphärischer gewebt, was soll´s?

Da spielt s keine Rolle, ob mal etwas hawaiianisch anmutende Passagen oder ein Touch von Native Music einfließt oder gar wie der letzte Track, „Shomm“, Dubstep-Fans beeindrucken dürfte – es paßt einfach. Ein sagenhaftes Album, daß man sich freiwillig öfter hintereinander reinzieht, ich schwör´s Euch.

Tracklist:

Double Trouble
Know Now
Betty Page
C´est La Vie
Spice Of Choice
The One
Big Blue Sky
Whole Life Time
I´m Not Satisfied
Corporate
Shoom

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s