Gewalt in Filmen aus psychologischer Sicht – Tarantino im Visier – Part I

djangoGewalt übte schon von jeher eine Faszination auf den Menschen aus. Der Grund dafür ist in der Psyche der Menschen zu finden, wie durch Studien auch nachgewiesen werden kann und bereits wurde. Filmemacher machen sich diese Tatsache natürlich zu Nutze, vor allem bei Trailern wird mit Gewalt, Blut et cetera oft nicht gegeizt. Es erhöht den Anreiz von Zuschauer, sich den jeweiligen Film anzusehen. Dabei scheint die Schmerzgrenze allerdings dann beim kompletten Film etwas niedriger zu liegen.

Gewalt ist im Fernsehen schon alltäglich, sie ist fast überall zu finden. Und die Grenzen scheinen noch lange nicht erreicht. Was laut den Jugendschutzangaben im Amerika hierzulande bereits ab 12 Jahren geeignet wäre, würde sich nach den hiesigen Standards in der FSK-16-Riege wiederfinden. Die sogenannten PG-13 Filme weisen teils sogar ein wesentlich höheres Gewaltpotential auf als noch vor Jahren. PG-13 bedeutet dabei: Die Begleitung durch Eltern wird empfohlen, ist aber zwingend.

Um es kurz zu sagen: Das Gewaltlevel stieg in den letzten zwanzig Jahren in den USA derart an, dass FSK 6 und FSK 12-Filme als die neuen FSK 16er Versionen gelten. Von einem „korrupten Prüfungssystem“ ist die Rede, von „Doppelmoral und Lobbyismus“. Das Problem sei hier zu finden, nicht die Gewalt im Kino an sich.

Wo der Anteil an Gewalt steigt, bleibt andererseits das sogenannte prüde Amerika in Bezug auf gezeigte Erotik oder mögliche Erotik. Die Studienergebnisse dürften aber nicht unerwartet sein, cineastische Gewalt bahnte sich durch das amerikanische Kino schon immer einen breiten und massiven Weg. Dabei scheinen die Denker und Macher der Filmindustrie aber nun umzudenken und haben einen kleinen Wandel vollzogen – mehr Gewalt für jüngere gew 2Zuschauer. Die Gewichtung hat sich verschoben. Dies wird auch mit Filmen wie „God bless Amerikca“ oder „Kick Ass“ deutlich. Hier ist es scheinbar das normalste der Welt, dass Minderjährige, halbe Kinder ständig mit Waffen zu sehen sind.

Das Vokabular gestaltet sich entsprechend. Aber zurück zur Frage, was die Menschen an Gewalt derart anzieht: Egal, ob Gewalt im Kino oder in Medien, der Mensch schaut hin, er schenkt Aufmerksamkeit. So ergab eine Studie ein seltsames Ergebnis: Einerseits ziehe genau das den Konsumenten an, andererseits sei aber der Spaß, das Vergnügen am Film selbst dann eingeschränkt. Hier sei auch auf das eingangs erwähnte Verhältnis zwischen Trailer und Hauptfilm hingewiesen.

Erniedrigungen, Gewalt, Bedrohungen und dergleichen sorgen dafür, dass der Mensch genauer hinsieht. Er ist in diesen Momenten auch empfindsamer für die gesamte Handlung und das jeweilige Thema. Sich für diesen und jenen Film zu entscheiden, hängt natürlich immer am jeweiligen Betrachter, doch einer gewissen Anziehungskraft von Gewalt kann sich kaum einer erwehren.
Und besonders aus industrieller Sicht wird die psychische Auslegung des Menschen natürlich zu einer Grundlage der Vermarktung. Auch wenn ein Film schlussendlich nicht gefällt, einem ein Unwohlsein beschert oder man schreckhaft den Heimweg antritt: Zumindest wurde man durch entsprechende Szenen in der Vorschau erst einmal ins Kino gelockt. Die Kasse stimmt also.

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