Mark Billingham: „Der Manipulator“

manipulator„Niemand weiß, wie viele Menschen er umgebracht hat; niemand weiß, wo die Knochen seiner Opfer vergraben sind. Jetzt sitzt der Serienkiller Stuart Nicklin in einem Hochsicherheitsgefängnis. Bis er der Polizei einen Deal anbietet: Er führt sie an die Stätte seiner Untaten – unter einer Bedingung: Detective Tom Thorne muß das Unternehmen leiten. Thorne weiß, daß Nicklin ein Meister der psychologischen Manipulation ist. Auf einer einsamen walisischen Insel beginnt der Killer ein perfides Netz zu spinnen, dem keiner entkommen kann…“

Der Klappentext des Buches liest sich auf alle Fälle schon mal interessant, auch wenn man durchaus dadurch auch mit überzogenen Erwartungshaltungen herangehen könnte: Der Hoch-intelligente Serienkiller, ein Soziopath an der Grenze zum Psychopath… gab es schon öfter und da man gern der Meinung ist, man habe in dieser Form schon alles in Büchern oder auch Filmen gelesen und gesehen, sind die Erwartungen natürlich entsprechend hoch. Und oft eben fehlgeleitet. So habe ich mir nach dem ersten Mal lesen das Ganze nochmal gegeben – und ei der daus: Eines jener Bücher, das wächst.
Der britische Autor hat kein ständig actiongeladenes Feld gezeichnet, die Geschichte ist fein nuanciert und liest man das gute Stück im Vorbeigehen, bekommt man die eigentlichen Perlen in der Handlung gar nicht wirklich mit.

Das Duell zwischen Gut und Böse mag an sich vorhersehbar sein, auch wer schlußendlich obsiegt – doch welches Buch ist schon wirklich mit dem letzten Kapitel zu Ende? Läßt man sich bei „Der Manipulator“ wirklich von der Geschichte einnehmen und forttragen, wird man merken, wie auch nach Ende des Buches die eigene Vorstellungskraft am Arbeiten ist und eines schafft das Buch ebenfalls sehr gekonnt: Ohne Pathos oder zuviel Gefühlsduselei Empathie beim Leser zu erzeugen. Das an sich karge Darstellen von Emotionen schürt diese umso mehr, die Aufmachung des Covers trifft dies auch sehr gut.

Auch scheint die Umsetzung dieses Romans weitaus logischer, authentischer als die überdrehten und aufgesetzten Helden-Stories und schon fast von göttlicher Intelligenz besiedelter und übermenschlich dauer-funktionierenden Akteuren auf beiden Seiten, wie man es sonst so kennt. Über den Inhalt des Buches möchte ich mich gar nicht groß auslassen und erst recht nichts verraten, die Art und Weise der Schreibe, die Herangehensweise und das Konstrukt beeindrucken an sich chon sehr, ebenso wird eine erstklassige Basis der Identifizierungsmöglichkeiten (ja, das betrifft die verschiedenen Charaktere zugleich) geboten wie auch schlicht die Faszination für Finesse. (Heyne) EV

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