Regionalisierung an fränkischem Beispiel oder: Wenn das Ende der Wurst erreicht ist – Teil I

Und ja natürlich war bei diesem Artikel und der Recherche immer ein Augenzwinkern dabei…. 😉

Aber es ist ein gutes Beispiel für den psychologisches Aspekts des Phänomens der Regionalisierung. Teil II folgt in Bälde.

Der Begriff der Regionalisierung findet vor allem in der Sozialpsychologie Anwendung und bedeutet eine Form der Identifikation mit einer bestimmten Region und deren Bräuchen, Menschen, Sprachgewohnheiten – der Mensch zählt sich einer Gruppe zugehörig. Ein gutes, augenzwinkerndes Beispiel stellen hier zum Beispiel die in Nürnberg ansässigen Franken dar: So liegt Nürnberg zwar in Bayern, doch wird sich vehement geweigert, anzuerkennen, ein Bayer zu sei, sondern ein Franke.

Diese Form der Identifikation gibt den bestreffenden Menschen auch eine gewisse Form der Sicherheit, vor allem wird hierbei oft der Dialekt genannt – oftmals wird ein Umzug aus Gründen des erschwerten sprachlichen Verständnisses argwöhnisch betrachtet. Die Besinnung auf das Bekannte, Überschaubare vermittelt den Menschen eine Form der Sicherheit und auch eine Form der Eigendefinition.

Psychologisch hat dieses Denken mit Sicherheit eine positive und stärkende Funktion, auch nach außen hin wird die Zugehörigkeit signalisiert. Als Vergleich könnte hierbei das Tragen eines bestimmten Kilts bei den Schotten genannt werden, wobei Muster und Farbgebung die Familienzugehörigkeit zu einem bestimmten Clan von vornherein kenntlich machten.

Doch bringt die Regionalisierung auch negative Aspekte mit sich, so werden Menschen aus anderen Regionen als der eigenen oftmals abgewertet, Witze aufgrund des Kennzeichens werden gemacht, als Beispiel „RH = rollendes Hindernis“, in Falle von Nürnberg geht es gar bei manchen soweit, die angrenzende Stadt Fürth als Parkplatz für Nürnberg zu bezeichnen. Jedem sind derartige Sprüche und Witzeleien wohl bestens bekannt, sie dürften in allen Regionen vertreten haben. Ebenso die Behauptung, jeder Autofahrer, der keine drei Buchstaben im Nummernschild hätte, führe wie ein Berserker.

bratDies stellt natürlich die leichtere Form des Negativen dar, nach 1945 nahm diese Ablehnung Menschen gleicher Nationalität aber anderen Regionen entstammend gänzlich andere Formen an, den Geflüchteten aus Ostpreußen etwa wurde harsche Ablehnung entgegenbracht. Dies wird als regionalistische Fremdenfeindlichkeit bezeichnet. Ebenso steht teils eine Ablehnung des Staates hinter der eigenen Region im Raum, wie das Beispiel Nürnbergs, auf das im Laufe dieser Arbeit öfter eingegangen werden wird, verdeutlicht.

Sozialpsychologen haben auch hierfür einen Begriff, der gerne Anwendung findet, den regionalen Nationalismus. Ufert dies in Fremdenfeindlichkeit aus, gilt dies als Verstoß gemäß des deutschen Recht und bezieht sich auf das Verbot der Benachteiligung von Menschen aufgrund Heimat und Herkunft dar.

Im Gegensatz zu Megapolen, die einen umfassenden Zusammenschluß mehrerer Großstädte und Metropolen darstellt, wird unter einer Metropole oder auch Metropolregion das Ausstrahlen eines Kernpunktes, der auch den wirtschaflichen Dreh- und Angelpunkt spielt auf die weit umliegenden und großen ländlichen Gegenden, die diesem Städtebereich somit zugeordnet werden. Auch die Infrastruktur ist von diesem Kern ausgehend sehr stark verflochten.

Wiederum zu erläutern gilt es auch die sogenannte Agglomaration, einer anderen Bezeichnung für ein Ballungsgebiet bzw eine Stadtregion. Derartige Gebiete bestehen aus mehreren, miteinander verflochtenen dicht besiedelten Gemeinden.

Ein sehr gutes Beispiel stellt hierfür das Ruhrgebiet dar, in dem zwar jede Stadt für sich genommen auch über einen eigenen Umkreisgürtel verfügt, diese dichter besiedelten Gebiete der Städte jedoch eng zusammenhängen. Ballungszentren werden unter gewissen Umständen auch Regiopole genannt, dies ist abhängig davon, ob diese Zentren auch den regionalen Hauptkern bilden.
Somit umfaßt ergo der Ballungsraum in erster Linie einen festen Kern mit weniger ausschweifenden ländlichen Zugehörigkeitspunkten und –gebieten. Die Verwendung der verschiedenen Bezeichnungen und Einstufungen kann aber nicht wirklich starr festgelegt werden, da verschiedene Methoden zur Bestimmung vorhanden sind.

Auch werden Klein-, Mittel- und Großstädte voneinander abgegrenzt, was wiederum mit der Zahl der Einwohner zusammenhängt. In der heutigen Zeit wird von einer Mindestzahl an 50.000 Einwohner ausgegangen, um eine Kleinstadt zu definieren.

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