Andreas Brandhorst: „Ikarus“

566 Seiten voller Spannung, subtiler Intensität und einer Menge logisch nachvollziehbarer Science Fiction bekommt der Leser hier geboten. Autor Andreas Brandhorst hat sich zudem noch die Arbeit gemacht, das Ganze mit einem Glossar zu versehen, was angesichts der SciFi-Informationsfülle sicher auch keine schlechte Idee ist und an sich schon deutlich macht, daß bei diesem „Büchlein“ mit Liebe zum Detail, aber auch keinem Verzetteln zu Werke gegangen wurde. Doch ganz kurz zum Inhalt.

„Die Menschheit hat sich auf den Weg zu den Sternen gemacht, neue Planeten besiedelt und die Erde weit hinter sich gelassen. Siebzehndieser von Menschen bewohnten Planeten haben sich zur sogenannten Independenz zusammengeschlossen. Doch anders als ihr Name vermuten läßt, ist die Independenz alles andere als frei: Bereits seit vierhundert Jahren wird sie von mächtigen außerirdischen Spezies, den Regulatoren, beherrscht. Jamo Jarnis ikarusTakeder, der Regierungsrat auf dem Planeten Tayfun, will sich die Tyrannei der Regulatoren nicht mehr gefallen lassen und tüftelt an einem Geheimprojekt, das Tayfun und der Independenz die Freiheit bringen soll. Dann wird Takeder ermordet und der Plan scheint gescheitert. Doch vor seinem Tod ließ Takeder sein Bewußtsein aufzeichnen und in eine Kopie seines Körpers transferieren – so kann er sich auch nach seinem Tod auf die Suche nach dem Mörder und dem rätselhaften ‚Ikarus‘ machen, einem Geheimnis, das über die Zukunft der Menschheit entscheidet. Für Takeder 2.0 beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn nach nur zwanzig Tagen werden seine Daten gelöscht…“

Was sich auf den ersten Blick wie eine Melange aus verschiedenen, bereits bekannten Motiven liest, zeigt sich als intelligent gesponnener Faden, der sich mit dem Lesen mehr und mehr erschließt – ähnlich dem Chaos-Prinzip, allerdings nicht vollkommen untransparent. Sowohl die Darstellung der Charaktere ist wohl durchdacht, Handlungsweisen nachvollziehbar, wennglich sich auch nicht imemr sofort erschließend, dem Verlauf des Buches angepaßt und dem Schreibstil haftet immer eine gewisse Form der Contenance, der Besonnenheit an, was der Verschmelzung durchaus realer Thematiken – nur eben auf den SciFi-Bereich umgemünzt – sehr zu Gute kommt. Das Abheben des Lesers in die Phantasie einerseits und durchaus auch die Konfrontation mit der Verwendung von Fakten, Vermutungen, Irrungen und Wirrungen, Verschwörungstheorie anmutenden Bereichen, die er Menschheit an sich nur allzu geläufig sind auf der anderen Seite machen einen zusätzlich großen Reiz dieses Buches aus.

Edutainment in Sachen Wahrnehmung unaufdringliche gelungen – absolut empfehlenswert. (Heyne) EV

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