Dragony – verkannte Genies, österreichisches Gegrantel, schwermetallische Rebellen und der Termin um 14 h

Sänger Siegfried Samer ist schon so eine Nummer. Da führt man eigentlich ein Interview zur neuen, absolut superben Scheibe „Shadowplay“ der Glory Metaller und was passiert? Das Interview dreht sich zu neunzig Prozent um so ziemlich alles. Nicht nur auf das eigene Tellerchen zu schauen, ist es aber auch, was das Ganze so sympathisch macht – und informativ noch dazu. Auf jeden Fall sehr erfrischend und irgendwie paßt das auch zu dem Sound von Dragony, der etwas total Unverdrossenes an sich hat. Einfach etwas, das man selten findet. So wie auch die Tatsache, daß eine Band aus Österreich auch dort wirklich ihren Durchbruch hat…

„ja, das ist so eine Sache, sich eine Fanbasis in Österreich aufzubauen. Die Leute mögen Heavy-Mucke schon, rennen zu AC/DC und Co, aber wenn ich mir da andere Beispiele geb…“ und man hört das Kopfschütteln fast durchs Telefon. „Gamma Ray spielten in Graz. Ist dragony 3ja doch eine Größe im Metal-Bereich und nicht irgendeine Hinterhof-Band. 250 Leute waren da mal gerade – an solchen Beispielen kann man schon eine Menge ablesen. Und die Medien hier machen´s auch nicht besser, der Mainstream dominiert. Zudem ist der Markt zu klein, niemand investiert groß – und wiederum wird mehr auf Mainstream gesetzt, die Medien machen es ja auch vor und mit.“

Die bekannte Katze beißt sich also mal wieder in den Schwanz. Stygma IV, vormals Stigmata, waren ja auch so ein Beispiel einer wirklich genialen österreichischen Metal-Band. Aber: Wer kennt´s? „Stygma IV waren ihrer Zeit auch weit voraus, das wurde nie wirklich erkannt.“ Und schon geht´s wieder in eine andere Richtung. „ Andererseits erlebt die österreichische Musikszene an sich schon derzeit einen kleinen Boom“, kommt der Fronter auf die Austro-Popper Wanda zu sprechen. „Früher war das eben mal Christina Stürmer, heute sorgen Wanda, auch international, für einigen Wirbel.“ Wobei sich die Musikszene Österreichs vielleicht mit dem Begriff „Austropop“ so einen Mega-Gefallen getan hat. Das hat schon wieder so diesen Stempel eines kleinen, störrischen Dorfes, das sich allem von außen verschließt.

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