Voodoo Circle – In der WG Lob zum Abendessen, Teenies, die von nackten Weißwürschten träumen…

„Was die 12-jährigen heutzutage an Haupt- und Realschulen voodoo 3interessiert, wenn sie einen Musiker fragen ist: ‚Wie viele Autos stehen vor deiner Garage?‘, ‚Wie viel Geld hast du auf dem Konto?‘ Und: ‚Warum hast du so lange Haare?‘“ Ich sag´s ja, Träume von nackerten Weißwürschten (sagt man so in Bayern, für die, die das nicht wissen). „Wenn man denen dann sagt, wie´s wirklich aussieht, oho. Die Realität ist so schlimm für die Kids.“

Hm, schlimmer geht immer, das wissen wir alle. Daher schadet ja eine Parallelwelt nicht – auf die wir zu sprechen kommen. Irgendwie. „Die Rock- und Heavy-Szene ist Gott sei Dank ultragroß und gut organisiert. Man nehme die ganzen Mags, Festivals, Labels… Das ist wirklich wie eine Parallelwelt und das auch noch Welt umgreifend. Und in dieser Parallelwelt befinden wir uns und das ist doch toll. Deswegen würde ich jetzt nicht sagen weltfremd, sowohl Musiker al auch Fans in der Rockszene sind absolut weltoffen, interessiert und einen hohen IQ findet man dort auch. Vielleicht sollte man mal den durchschnittlichen IQ bei einer Techno-Veranstaltung mit einem Rock-Konzert…

Sorry, es tut mir leid. Ich kann solche DJs zum Beispiel nicht ernst nehmen. Die drücken ein paar Knöpfchen und alle flippen aus – und dafür gibt´s dann Millionen.“ Naja, so einfach ist das Knöpfchendrücken etc bestimmt auch nicht immer, schließlich muß man auch noch Platten kaputt scratchen oder sonstwas, gurks. Dabei sieht Alex allerdings auch die Rockszene selbst in der Verantwortung, daß sich eben nicht am Gipfel des Musik-Universums steht.

„Die Rockszene ist schon zum Teil mit dran schuld, daß die HipHop-Szene zum Beispiel ihnen den Rang abgeluchst hat. Mit 12 bis 16 Jahren will man Idole – und das waren in den 60er bis 80ern die Rockbands. Die Mucke lief rauf und runter und es gab noch Rockstars mit Charisma. Dann kamen die 90er und Kurt Cobain. Von jetzt auf gleich hat die amerikanische Rockszene die Lederhosen ausgezogen und die Leute sahen aus, als würden sie direkt von der Arbeit kommen. Auf einmal war es in, als Anti-Rockstar aufzutreten. Das ganze Flair, das Rockstar-Auftreten war auf einmal weg. Und so haben eben dann halb-nackte Frauen und Goldkettchenträger diese Funktion des Idols übernommen, zu dem man aufschaut. Das warn auf einmal die ‚neuen‘ Rockstars.“

Das kann man nun drehen und wenden, wie man will, es stimmt schon. „Heute ist in der Rockszene an sich alles vertreten.“ Und Alex fügt noch allgemein etwas hinzu. „Der Ehrgeiz, an sich zu arbeiten, wird gar nicht mehr heraus gekitzelt. Und durch diese Casting-Shows wurde es noch schlimmer.“ Tja, sobald das Prinzip ‚jeder kann der nächste Star sein‘ herrscht und es eigentlich keine Rolle spielt, ob jemand auch was kann oder gar noch das Zeug zum Star hat, könnte man fast von künstlerischer Anarchie sprechen. Nur mit dem Unterschied, daß der Kapitalismus noch drüber steht. Anderes Thema.

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