Schopenhauer erklärt: Der beherrschende Gedanken an Liebesbeziehungen in Kunst und Literatur

An allen Ecken und Enden schmalzt es doch eigentlich immer irgendwann in der Kunst. Selbst der größte Thriller hält irgendwo eine triviale Liebesgeschichte bereit. Die mächtigsten Heldentaten finden sich um ihres Willen… oder es werden die Liebsten gerettet, gerächt…

Die Liebe, der Nachwucschoppi 1hs, die Familie – egal, ob die bucklige Blutsverwandschaft oder selbst ausgesuchte: Diese Themen sind immer an sich der Dreh- und Angelpunkt, um den herum schön epische, dramatische, witzige, erschreckende Brimborien veranstaltet werden. Selbst bei „Saw“ geht es an sich um eine Liebe und das Rächen der eigenen Art.

Ist unser Lieblingsthema in der Kunst also schlichtweg nur der Überlebenstrieb einer Gattung?

Der deutsche Philosoph, Hochschullehrer und Autor Arthur Schopenhauer zog, unter anderem in seinem Buch „Die Welt als Wille und Vorstellung“, folgenden Schluss: Der Mensch könne zwar tun, was er wolle, doch nicht wollen, was er will. Mächtige Worte, die das Verbringen des Leben als in ein wenig autarkes und indivi-duell gewolltes welches darstellen, sondern den Menschen einem ‚höheren‘ Ziel und Willen unterstellt zeigen. Der Wille als Drang ohne Zweck des Individuums – im Falle von Liebesbeziehungen, der Leidenschaft, des Verliebtseins als Drang der Gattung, der Geschlechtstrieb wie Schopenhauer schreibt

Überall in Literatur und Kunst begegnen uns große Liebesgeschichten, geprägt von Eifersucht, Verrat, absoluter Hingabe – die Kunst ist voll von dramatischen und epi-schen Werken, die der Liebe Tribut zollen. Werke wie „Romeo und Julia“, die grie-chische Antike, selbst die Märchenwelt und auch die moderne Kunst in Film, Musik und Literatur ist prall gefüllt mit den immer gleichem Thema der großen, der einzigartigen Liebe zweier Menschen – ob erfüllt oder unerfüllt ergreift eine solche Ge-schichte den Betrachter, nachdem sie den Künstler ergriffen hat.

„Alle diese Werke sind, ihrem Hauptinhalte nach, nichts Anderes, als vielseitige, kurze oder ausführliche Beschreibungen der in Rede stehenden Leidenschaft“. Schopenhauer beschreibt die Auswüchse dieser Leidenschaft als einen Drang, der manche in den Wahnsinn treibt. Als etwas, dass die Liebenden unendliche Hürden überwinden lässt , sie in den Selbstmord treiben kann… Als einen allgegenwärtigen Gedanken, der die Kunst und die Literatur immer wieder beherrscht und dort zu fin-den ist. Weshalb Schopenhauer von einem Drang spricht, soll hier unter Hinzunahme des oben genannten Werkes und Auszügen aus der „Metaphysik der Ge-schlechtsliebe“ dargestellt werden.

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