Archiv der Kategorie: Feuilleton – Was sich eben so Entertainment schimpft

Voodoo Circle – In der WG Lob zum Abendessen, Teenies, die von nackten Weißwürschten träumen…

… und Panzer auf dem Marktplatz

Mit „Whisky Fingers“ gab´s wieder einmal superben Nachschlag in Sachen Hardrock der ersten Garde. Den „alten“ Heroen Tribut zu zollen – das haben sich schon viele vorgenommen und nicht wenige sind dabei zu einem puren Abklatsch verkommen. Nicht so Alex Voodoo Circle – In der WG Lob zum Abendessen, Teenies, die von nackten Weißwürschten träumen… weiterlesen

Fearless Vampire Killers: Die „Doctor Who“-Kolumne

Drew Woolnough (bass) hat sich wirklich dazu hinreißen lassen, eine Kolumne für uns hier zu verfassen. Die Aufgabe war – an sich – ganz einfach. Naja, also nicht wirklich: Eine Folge für „Doctor Who“ schreiben, den Mitgliedern dabei eine Rolle zu verpassen und auch einen Soundtrack dazu auszuwählen. Vorgegeben war dabei: Es sollte ein bißchen Endzeit-Flair à la Mad Max haben – ein wenig Western Fearless Vampire Killers: Die „Doctor Who“-Kolumne weiterlesen

Pussy Sisster – Das Grundrezept, halbe Ohren, verliebte Kameras und der Rock´n´Roll als Bank

Das aktuelle Scheibchen der deutschen Sleaze-& Glam Rocker von Pussy Sisster haben wir Euch ja schon wärmstens ans Herz gelegt – und wir gestehen: Wir würden es immer wieder tun. Ja, Wiederholungstäter möchte man eigentlich auch bei Pussy Sisster sagen, ob ihres doch recht eigenwilligen und gar nicht mehr so zeit-kompatiblen Weges, Menschen zu erreichen. Was früher das Pussy Sisster – Das Grundrezept, halbe Ohren, verliebte Kameras und der Rock´n´Roll als Bank weiterlesen

Motion City Soundtrack – Bloß nicht vor Publikum abschmieren, aber vorher dicke Knuddeln

Mit einer herrlichen Leichtigkeit kredenzten uns gerade Motion City mc 1Soundtrack ihr neues Album „Panic Stations“ – und doch nie ohne einen tieferen Eindruck zu hinterlassen oder technische Fragen offen zu lassen. Unbeschwertheit, positives Feeling, Eingängigkeit mit allem, aber beileibe keiner Oberflächlichkeit. Dabei sind die Jungs diesmal ein bißchen anders an den Silberling herangegangen, wie Sänger Justin Pierre durchscheinen läßt.

„Wir sind absolut zufrieden mit dem, was wir zusammengebastelt haben – unsere Idee und unsere Vision haben funktioniert. Wir wollten unserem Sound dieses Mal einen Hauch mehr Finesse und Direktheit einpflanzen, zudem auch mehr Authentizität, es sollte einfach sich einfach etwas Aufregendes zu unserem Stil gesellen. Unterm Strich haben wir uns so dafür entscheiden, das Album live aufzunehmen – es kommt intensiver, ein wenig knackiger und frenetischer rüber.“

Und dabei gibt der Gute auch zu, daß Motion City Soundtrack mit „Panic Stations“ wohl die ein oder andere Fan-Welt auf den Kopf gestellt haben könnten. „Wir haben dieses Mal eigentlich alles anders gemacht, als es bisher der Fall war. Das Vorgängeralbum ‚Go‘ haben wir komplett im Studio geschrieben. Das ging in etwa einen Monat und setzen wir es eben Stück für Stück zusammen, nicht immer waren alle von uns immer dabei und gar im selben Raum. Insofern kann man das schon als getrenntes Arbeiten nehmen. Bei ‚Panic Stations‘ gingen wir ganz anders an die Sache heran, haben jedes Detail im Vornherein ausgearbeitet und als alles stand, das Album in einem Aufwasch live innerhalb von 14 Tagen aufgenommen.“

Klingt nach ´nem Plan, äh Planung. Auf jeden Fall ist der aufgegangen und macht sich bezahlt. Und man sollte wohl nie unterschätzen, was so alles losgetreten werden kann, wenn durchgeknallte Kreativköpfe im selben Raum unterwegs sind.

Solar Fake – Fatalistisch ein Schnippchen geschlagen? Oder: Wenn der Zeigefinger einfach nervt

„Hm, vielleicht sollte man sich lieber Musik anhören bevor man lustige Bezeichnungen für sie erfindet“

sf 3Zufrieden mit sich selbst und dem Rest der Musikwelt, naja, zumindest der schreibenden Zunft, gibt sich Sven Friedrich, Sänger und Kopf von Solar Fake. Das neue Scheibchen „Another Manic Episode“ kann sich auch absolut sehen und es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn es besonders bei Freunden düsterer, elektronisch angehauchter Klänge nicht auch ganz oben auf der Wunschliste landen sollte. Eines dieser Interviews, bei denen ein ständiges Schmunzeln mitschwingt und eine herrliche Mischung aus Zynismus und Unbekümmertheit. Solar Fake – Fatalistisch ein Schnippchen geschlagen? Oder: Wenn der Zeigefinger einfach nervt weiterlesen

Grave Digger – Von wegen früher war alles besser: Axel Ritt über Geschmiere und andere Nüchternheiten

grave 2Wie Ihr schon mitbekommen haben dürfte, haben sich Grave Digger mit „Exhumination“ aufgemacht, der Metal-Welt zu ihrem Jubiläum noch einmal mit Schmankerls vergangener Tage in neuem Gewand neu einzuheizen. Und das Herrliche dabei: Setzen andere Künstler bei Best-ofs oder sonstigen Zusammenstellungen meist schlicht auf Nummer Sicher in Sachen Songauswahl, kann zum einen bei Grave Digger in dieser Hinsicht so gut wie nichts schief gehen und andererseits wurde sich auch nicht auf die immer selben Klassiker verlassen, wie man dies bei so manch Grave Digger – Von wegen früher war alles besser: Axel Ritt über Geschmiere und andere Nüchternheiten weiterlesen

Eine Frage der Entertainment-Kompetenz: Mit was hau ich mir heut den Kopf zu?

Ich hab zwar keine Ahnung ob dieser Begriff so stehen gelassen werden kann, aber warum eigentlich nicht? Für alles stellt sich doch heutzutage die Frage nach der nötigen Kompetenz, den Umfang selbiger, ob überhaupt irgendwo irgendwie ein Quäntchen vorhanden ist oder, oder, oder?

So, erstmal: Kompetenz stammt aus dem Lateinischen (competere) und bedeutet so viel wie: zusammentreffen, ausreichen, zu etwas fähig sein, zustehen. Frag ich mich jetzt, wenn es etwa um die viel zitierte Medien-Kompetenz geht: Heißt das dann:

Ich treffe auf ein Medium? Medien treffen sich gegenseitig (mitten aufs Auge oder zum Kaffee-Plausch? Ist das Medium kompetent. Und mit Medium ist nun grad kein Hellseher gemeint, sondern Medium wie Zeitung, Radio, Nachrichten etc. Oder steht am Ende dem Medium was zu? Whatever, an sich weiß jeder, was gemeint ist, nämlich kann man Gescheites von Quatsch noch unterscheiden. Eine Frage der Entertainment-Kompetenz: Mit was hau ich mir heut den Kopf zu? weiterlesen

American Horror Story: Hotel – besserer Titel: Größenwahn

ahs hotelNaja, eigentlich heißt die neue Staffel, die ab 25.11.15 via Pay-TV in Deuscthland zu sehen ist, ha „American Horror Story: Hotel“ und ich will mich hier auch mal kurz halten
Der Name ist absolut unpassend… Man kann sich ja gern ein nobles und hohes Ziel setzen und auch ein gesunder Ehrgeiz ist nicht das Schlechteste. Aber manche Ziele sollte man bei sich behalten bzw einfach die Waffel. Die Macher von „AHS“: Man wolle „Shining“ übertrumpfen.

Ich bin für eine Runde Mitleid angesichts der öffensichtlich enorm dünnen Luft, der diese Zeitgenossen ausgesetzt sind. So was sagt man nicht laut!!

Umgestellt und hingebaut – Edutainment

Guten Tach, liebe Leut,

wie Ihr sehen könnt, haben wir etwas daran gebastelt, das Ganze langsam aber sicher mal übersichtlicher zu gestalten. (Fast) nix passiert über Nacht und Zeit liegt auch nicht einafch immer an der Ecke rum 🙂

entertainment 2Wir hoffen, daß die kleinen Schliffe Gefallen finden. Die Beiträge werden natürlich auch weiterhin quer durch die Themenbereiche gehen, doch in einem anderen Tempo und manche Artikel werden wir mit Sicherheit auch re-bloggen. So lange gibt es uns ja noch nicht und um manche Berichte wäre es schon schade. Eine komplette Übersicht findet sich allerdings jederzeit unter dem obenstehenden Inhaltsverzeichnis. Beiträge, die in verschiedene Kategorien passen, können also auch eventuell in zwei Kategorien eingeordnet sein. Umgestellt und hingebaut – Edutainment weiterlesen

Las Vegas oder: Disneyworld Reloaded?

Sorry, ich weiß ja nicht, ob es nur mir so geht, aber erstmal von Anfang an: So aus reiner Langeweile und angeregt durch „Mob City“ habe ich mir mal erlaubt, mir ein paar Infos über Las Vegas einzuverleiben. Ja, schön richtig gelesen. Las Vegas und Disneyworld auf einer Seite. Vertraut mir, warum das nur eine logische Frage ist, eröffnet sich Euch noch. Der Umbruch einer Wüste, nix anderes war der Start dieser heutigen Metropole. Wortwörtlich aus dem Boden gestampft und mit einem langen Hang zu einer etwas anderen Handhabung und Gesetz machte sich zuerst Benjamin „Bugsy“ Siegel hier breit und er sollte ja nicht der einzige bleiben. Nun ja, allzu lange sollte seine Freude über das neu erschlossene Geld-Perpetuum-Mobile ja nicht dauern, aber zumindest hat er den ganzen Krampf mal angefangen.

Die größte Stadt im Bundesstaat Nevada war prächtig für die Ideen des durchgeknallten Mobsters geeignet und ganz klar gedieh die Kasino-Landschaft immer mehr. Verrucht, nicht so ganz ohne, immer ein offenes Sprungbrett für Künstler (man denke an Frank Sinatra) hat sich aus einer kleinen Idee ein Sin City entwickelt. Und natürlich ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Und war bzw ist es nicht jener Hauch des Verbotenem, des Grenzwertigem, das den Reiz von Las Vegas ausmacht? Blödsinn, wie sofort zu heiraten, Sprüche wie „was in Vegas passiert, bleibt in Vegas“ und, und, und?

Und da kommt sie nun wieder: Die menschliche Gier und anderer Mist. Es vergöttert ja niemand die Zeiten, in denen es vielleicht brachial und brutal hoch ging und ja, ich versteh´s ja irgendwo, daß der Staat nicht so auf Steuerhinterziehung und solche Spiränzchen steht. Alles kein Dingens. Sagt auch niemand was dagegen, daß auch Las Vegas sowas wie Regeln und Gesetze haben sollte. Um die geht es jetzt auch ausnahmsweise mal nicht. Nee, es ist doch zum Heulen, wenn man sich ansieht, was aus diesem „magischen“ Örtchen geworden ist bzw wird.

Daß der gemachte Anfang in Nevada allein schon aufgrund der geologischen Gegebenheiten ein gefundenes Fressen war, ist klar. Nicht zu weit weg und gähnende Leere. Also, Platz für Neues, mit dem man die Gegend zupflastern kann. Die damaligen Gesetze luden ja schon fast regelrecht dazu ein, diese Region einzunehmen. Und bis zu einem gewissen Punkt auch klar, daß hier keiner einfach die Vormachtstellung einem einzelnen, nun nennen wir es mal, Unternehmer überläßt und x Leutchen nachziehen. Soll ja auch für Vielfalt sorgen. Allein, was diese Stadt der Künstler- und Entertainmentbranche gebracht hat, läßt sich kaum beschreiben. Klar, den einen oder anderen hat Las Vegas oder besser die hier wunderbar ausgelebte eigene Hirnlosigkeit ein bißchen ins Verderben gestürzt, aber was soll der Geiz. No risk, no fun, kein Tatendrang.

 

Ist doch wahr, hat doch jeder selbst in der Hand, ob er wirklich der Illusion erliegen will, daß gerade er (oder sie) an Tag X im Mirage oder einem anderen Hotel/ Kasino die Bank schlägt. Erstens soll sowas ja auch vorkommen (irgendwie muß man das Spiel ja am Laufen halten) und zum anderen: Man kann auch mit Spaß verlieren, es tut ja nicht zwingend Not, daß man sich gleich ruinieren muß. Außer vielleicht man braucht seine tägliche Dosis Mitleid und so hätte man ja wenigstens einen Grund dafür. Sei´s drum. Faszinierendes Las Vegas, Punkt. Und was einem hinter den Kulissen abschrecken mag, ist vielleicht für wieder Andere der Reiz.

Auch ganz klar, daß das Rotlichtmilieu hier ganz unbedingt weit weg verbannt ist, jaja. Was wär das denn? Ein Sündenpfuhl ohne das? Das macht doch absolut keinen Sinn, ob man nun Besucher solcher Etablissements ist oder nicht. Das gehört wie das Domino-Eis zum Kino, die Hundekacke in den Park und der tägliche Fingerklapps für Politiker. Das muß einfach, ohne fehlt was. Und jetzt kommen wir zum Hohn und Beweis, daß der Mensch an sich ein Rindviech ist (nicht Rindvieh, damit bezeichne ich die huftragenden Tierchen, also VieCh). Weil so geht das nämlich null. Nein. Nee nee. Böse Spielhölle (pfui) und ein bißchen Sex-Appeal ein bißchen übertriebene Party, ein bißchen hart an der Grenze, Kreativität, die aus sich selbst entsteht, um in Vegas als Unternehmer zu bestehen – kurzum: Der Rock´n´Roll paßt nicht zum Tourismus. Ätsch, da hamma den Salat.

Alles schön und gut, ich glaub, niemand will unbedingt, daß sein kleines Kindilein lauter kaum bekleidete Damen rumfetzen sieht. Und Chips sollten in dem Fall auch nicht aus Plastik sein und einfach eine Nascherei. Wenn´s denn in einem gewissen Alter überhaupt schon sein muß. Sind wir mal ehrlich: Würden wir mit einer Metropole der Wissenschaft und der Kultur prahlen, würden wir unseren Touristen auch keine Slums um die nächste Ecke rum präsentieren wollen. Nur so als Beispiel.

Aber was ist das denn? Welcher Depp macht den einen Familienausflug in Las Vegas? Mal ehrlich: Weltenbummler, Vollzeit-Chaoten, Geschäftsleute, Singles, Partygeier, professionelle Spieler, Künstler… aber doch keine Familien mit Kindern. Das wär das Gleiche, als würde man seine Brut zusammensammeln und zu Tui sagen: „Also, wir wollen jetzt in Kriegsgebiet XY Urlaub machen und sie sorgen dafür, daß die da derweil mitm Kriegspielen aufhören“. Sorry, der Vergleich hinkt, aber genau deswegen paßt er. Las Vegas soll touristen- bzw familienfreundlicher werden, eigentlich ist das ja schon der Fall. Klar, gewisse Abgrenzungen sollten schon zum guten Ton gehören, aber das ist mutet ein bißchen an, als wolle man das Geld und das aufgesetzte Entertainment-Gelache irgendwelcher Showgirls behalten und heile Welt spielen.

Und da kommt der nächste Denkkanal-Krampf: Wie doof und kurzsichtig muß man sein, wenn man genau das an einer Sache abschaffen oder immens verkleinern will, was eben das bekannt und einzigartig gemacht hat. Ergo soll heißen: Liebe Touristen, schön, daß ihr da seid, ihr dürft bleiben, Las Vegas gibt´s jetzt nur noch ab FSK 6, aber wurscht. Liebe Unternehmer, anpassen oder pleite gehen, liebes Las Vegas, gut daß du dich nicht im Grab umdrehen kannst. Es hat so einen Hauch von… Falschheit. Man könnt´s auch mit der ein oder anderen Umwälzung im Musikbiz vergleichen: Erst eine Band durch ihre eigenwillige Art und Inividualität groß werden lassen, warten bis die Fans sich festgebissen haben und die Band dann stutzen – damit man kommerziell eine noch breitere Masse erreicht.

Aber was soll´s andererseits: Als Kiddi kann man noch gespannt drauf sein… auf den ersten Rausch, die erste Zigarette oder whatever. Und da sich in wohl zehn Jahren kaum einer mehr einen größeren Urlaubstrip leisten kann, können die Kinder von heute dann wenigstens morgen sagen: „Wie, einem Besuch in Vegas entgegenfiebern? So ein Schmarrn, Micky Mouse kenn ich schon.“